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Das Grauen hat einen Namen: Motten !!!

Ja – Motten! Ein Grauen für jede Strickerin und Wollliebhaberin. Ihr könnt euch nicht vorstellen, was in mir vorgegangen ist, als ich mich der grauenvollen Realität stellen mußte: ich hab Motten im Ankleidezimmer!

Nein – nicht, dass ihr jetzt denkt, ich hätte die da rumflattern sehen. Ja woher. Ich bin auf ein Loch in meiner Strickjacke gestoßen – dachte mir noch: Oh mein Gott, du bist wo hängen geblieben – soll ja vorkommen, wenn man es oft eilig hat und immer schnell huschhusch irgendwo hin oder rum will.

Dann – eines Morgens – ich steh im Aufzug zum Büro und checke nochmal mein Spiegelbild…..doch was ist das? Ein Loch in meiner Sleeping Beauty – meinem schönen Laceschal?

Sleeping Beauty's Awakening
Sleeping Beauty’s Awakening

Und da war er – dieser Gedanke: M O T T E N. Mir war ganz schlecht. Dabei hatte ich mich sicher gefühlt – schließlich habe ich überall Lavendelsäckchen verteilt.

Gleich nachdem ich abends zu Hause war, hab ich meine Stricksachen gecheckt und siehe da. Diese Monster waren schon an mehreren Teilen zugange gewesen. Ich hätte heulen können. Und komischerweise hab ich wirklich nichts fliegen sehen. Also hab ich eine Mottenfalle aufgestellt – na ja, da hat sich dann der Befall nach 2 Tagen schon gezeigt.

Gott sei Dank war die Mottenfalle im Wollzimmer ohne Befall (zwei Etagen tiefer – weeeeit genug entfernt *aufholzklopf*) – ich glaub, dann hätte ich mich direkt aus dem Fenster gestürzt (natürlich nur im Erdgeschoss :-) – aber ich muß ja irgendwie die Dramatik verdeutlichen!)

Ich hab mich vollkommen hilflos gefühlt.

Was tut die Frau von heute? Na klar – googeln! Ich wollte die Wunderwaffe schlechthin – ich war zu allem bereit – Hauptsache dieser Fein No.1 wird eleminiert. Ich hoffe, ich hab sie – die Anti-Motten-Waffe – gefunden. Nur Positives hab ich nämlich über Schlupfwespen gelesen. Eine Strickfreundin hat mir dann bestätigt, dass ihr diese Tierchen wohl schon bei Lebensmittelmotten hilfreich zur Seite gestanden haben.

Also hab ich gleich so ein Abo bestellt. Wer sich darüber mal näher informieren will – hier der passende Link Info über Schlupfwespen Ach ja – falls jemand vor dem Ausdruck „Wespe“ zurückschreckt – die Dinger sind so winzig. Schauen aus wie kleine Dreckpünktchen :-) Geliefert werden kleine weiße Kärtchen, die man dann zwischen die befallenen Wollsachen legt.

Ach ja – was wollte ich euch eigentlich erzählen – also, das hübsche Lacetuch – eine Sleeping Beauty. Das war mal ein Unglücksrabe (aus dem Sale 2011) aus dem Hause Wollmeise – eine wunderschöne Farbe. Aber es war nicht mehr zu retten. Das war so ein kompliziertes Muster, die Löcher waren nicht zu stopfen.

Also hab ich das „befallene Tuch“ weg geworfen – bis mir auf dem Weg ins Büro der Gedanke kam (30 min Arbeitsweg sind gut zum Nachdenken), ich könnte das Garn ja eigentlich noch verwenden – müßte allerdings sicher sein, dass die Motteneier weg sind.

Ich hatte vor einem Jahr schon mal eine Wollmeise mit kochendem Wasser gefärbt – also dachte ich mir, dass ich doch das Tuch quasi auskochen könnte – denn bei 60° sollte alles absterben,  was noch an Motteneierresten da wäre. Und wenn es nicht klappt und die Wolle kaputt geht – nun, schlechter als jetzt, wäre ich auch nicht dran.

Also Tuch wieder rausgeholt und ab in den Kochtopf. Rein ins kalte Wasser, aufkochen lassen und dann einfach im Wasser auskühlen lassen (also nicht drin rum rühren – denn: Reibung + Hitze = Filz). Hat auch prima geklappt. Ich hab das Tuch trocknen lassen und dann begonnen es aufzuziehen – direkt auf die Haspel.

magnolie_haspel

4 (in Worten: VIER) Stunden lang hab ich aufgezogen, rausgeschnitten und gehaspelt. Also wenn die Farbe nicht so einmalig wäre – sowas würde ich never, never und niemals wieder tun. Das ist echt ein Haufen Arbeit – ich hab nebenbei drei Folgen „Die Schnäppchenhäuser“ angeschaut (das hat gut zu dem Thema Ungeziefer gepaßt *örks*).

Und ich sag euch: es ist unglaublich, wieviele dünne Stellen in diesem Tuch waren (die man erstmal gar nicht gesehen hat), wo die Motten sich bereits zu schaffen gemacht hatten. Ich hab unglaublich viel rausgeschnitten und wieder angesetzt. Vereinzelt hab ich auch immer wieder feine weiße kristallähnliche Krümel gesehen (ich nehme mal an, das waren die gekochten Motteneier). Also zimperlich darf man nicht sein.

magnolie_reste

 

So – und das ist er nun. Gehaspelt, 4 x abgebunden und nun kommt er nochmal in die Waschmaschine, damit auch der letzte Mottenrest ausgewaschen wird.

magnolie_strang

Mal sehen, was ich daraus stricke – denn ich liebe diese Farbe. Ich hab schon das eine oder andere Lacetuch ins Auge gefaßt – oder doch lieber ein schlichtes Kuscheltuch? Na mal sehen. Ich halte euch auf dem Laufenden.

Diverse Links:
Sleeping Beauty’s Awakening – Kaufanleitung zum Download
Wollmeise Onlineshop
Info über Schlupfwespen
Bestellmöglichkeit für Schlupfwespen gegen Textilmotten

 

 

 

One thought on “Das Grauen hat einen Namen: Motten !!!

  1. Liebe Kerstin, mein Herz blutet mit! Ich kann deinen Schock sehr gut nachvollziehen, vorallem, weil ich letztes Jahr ebenso einen riesigen Mottenbefall in meinem Arbeitszimmer/Wolllager hatte. Ich bin aus allen Wolken gefallen, als ich eine Kiste mit Spinnfasern geöffnet habe und mir gefühlt hundert Flatterviecher entgegen kamen. Den Inhalt der Kiste habe ich ohne Umwege direkt in die Mülltonne entsorgt und bin in den nächsten Discounter und habe Unmengen an Mottenpapier und verschließbare Plastikbeutel besorgt. Ein paar Tücher hatten Mottenlöcher, aber im Großen und Ganzen hielt sich der Verlust in Grenzen. Vorsorglich wurden die Garnstränge in den Tiefkühler verfrachtet und WiP’s und UFO’s mit Mottenpapier in Plastikbeutel gesteckt. Ich hoffe die Gefahr ist gebannt.

    Mitfühlende Grüße
    Bine

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