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Magische Kräuterbuschen binden

Kräuterbuschen

Schon seit etlichen Jahren binde ich jedes Jahr meinen Kräuterbuschen – begonnen hab ich damit, als ich zusammen mit einigen Freundinnen vor etlichen Jahren mal einen Kräuterkurs gemacht habe. Ich seh schon die Fragezeichen – Kräuterbuschen???? Ich bin sicher, dass der eine oder andere von euch noch nie was von diesem Brauch gehört hat. Deshalb erstmal eine kleine Einführung……

Am 15. August ist es so weit. Traditionsgemäß werden an diesem Tag – an Maria Himmelfahrt – die Kräuterbuschen gebunden und geweiht.

Allerdings ist dieser Brauch viel älter als die Christenheit. Kräuter waren für die Menschen schon immer fester Bestandteil des täglichen Lebens – ob als Nahrung oder als Heilmittel. Oft liest man in Büchern über Heilkundige, die schon lange Zeit bevor es Ärzte überhaupt gab, mit Kräutern heilten. Heilkräuter wurden vorchristlichen Göttern mit der Bitte um Schutz und als Dank dargebracht.

Mit Beginn der Christianisierung war die Kräuterkunde verpönt und als Teufelswerk verschrieen – das Binden von Kräuterbuschen war sogar verboten. Doch die Menschen benötigten die Heilkraft der Kräuter und die getrockneten Buschen als Hausapotheke – ganz besonders im Winter.

Es fand sich ein Kompromiss. Aus dem heidnischen Brauch wurde kurzerhand eine christliche Tradition. Das heidnische Fest Lughnasadh (oder auch Lammas), welches am 1. August gefeiert wird, wurde zu Maria Himmelfahrt am 15. August. Die Legende sagt, dass drei Tage nachdem die Gottesmutter gestorben war, die Apostel ihr leeres Grab vor fanden. Maria war mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen worden. Doch Ihr Grab verströmte die Düfte von Rosen, Lilien und Heilkräutern.

Besonders in katholischen Gegenden – vor allem in Bayern – werden an diesem Fest die Kräuterbuschen geweiht.

In der Zeit vom 15. August und den vier Wochen danach soll die Heilkraft der Kräuter am größten sein. Also habt ihr noch ausreichend Zeit.

Sieben bis neunundneunzig Kräuter gehören in einen Kräuterbuschen – das ist je nach Region verschieden. Es ist jedoch immer eine mystische Zahl:

  •   7 –  die Anzahl der Schöpfungstage
  •   9 –  die heilige Dreifaltigkeit – 3×3
  • 12 – die Zahl der Apostel
  • 24 – steht für die zwölf Stämme Israels und die zwölf Apostel – 2 x 12
  • 99 – die heilige Dreifaltigkeit – 33×3

 

Nun – ich hab mich meist an den ersten drei Zahlen orientiert – mir gefällt es, hier dem Brauchtum zu folgen. Zum Binden selbst gibt es die verschiedensten Anleitungen – ich hab euch am Ende dieses Beitrags noch einen Link, der das recht gut beschreibt.

So mach ich es:
In die Mitte des Buschens kommt eine Königskerze (auch Marienkerze genannt). Rund um diesen Buschen binde ich diverse Kräuter die mir entweder wichtig sind, deren Duft ich mag oder die mir einfach gefallen.

Traditionell wären das zum Beispiel neben der Königskerze (die übrigens Blitz und Donner abhalten soll), das Johanniskraut, Thymian, Salbei, Beifuß, Frauenmantel und Schafgarbe.

Als Symbol für Maria werden auch oft Rosen und Getreideähren mit in den Buschen gebunden – wobei zur Verschönerung auch andere Gartenblumen als Zierde eingebunden werden können.

Die einzelnen Pflanzen werden in absteigender Form zusammen gefügt. Ich achte darauf, dass er an einer Seite etwas flacher gebunden ist (also nicht rund, wie der typische Strauß), damit er sich gut an der Wand aufhängen läßt.

Dann den Strauß an einem trockenen Platz zum Trocknen aufhängen (2x das Wort trocken hintereinander – ts, ts, ts…..aber kennt ihr ein anderes Wort für trocken? Nicht naß?)

Kräuter sammeln

So ein Spaziergang Wald und Feld tut übrigens richtig gut – also mal raus aus dem Alltag und mit offenen Augen spazieren gehen, aufnehmen, was grünt und blüht und etwas schönes mit heim nehmen, an dem man lange Freude hat. Ich liebe es, wenn ich an meinem Buschen vorbei gehe es herrlich nach Kräutern duftet.

Kräuterbuschen
Bild: www.blumenschule-schongau.de – Kräuterbuschen

 

Wenn ihr diesmal nicht ausreichend Zeit für einen ausgiebigen Kräuterspaziergang habt, um einen Kräuterbuschen selbst zu binden, dann könnt ihr euch einen fertigen hier bestellen:
www.blumenschule-schongau.de

 

 

 

 

 

Weitere Links:
Noch mehr Tipps zum Binden findet ihr hier: http://www.zauber-pflanzen.de/kraeuterweihe.htm

Wer gerne mehr über Kräuter wissen möchte, für euch hab ich hier einige meiner Lieblingsbücher zusammen gestellt (einfach auf den Titel klicken – dann gibts noch mehr Infos):

Was blüht denn da ? Sicher nach Farben bestimmen

Heilkräuter und Zauberpflanzen zwischen Haustür und Gartentor. Eine Entdeckungsreise zum geheimen Wesen der Pflanzen

Und für die unter euch, die sich besonders für Brauchtum, Geschichte, magische Bedeutung etc. interessieren – euch empfehle ich das folgende Buch (allerdings – leider – ohne Bilder):
Enzyklopädie der magischen Kräuter –

 

Vielleicht hab ich euch ja nun Lust darauf gemacht, euch euren eigenen Buschen zu binden. Ich würde mich riesig freuen, wenn ihr mir eure Buschen zeigt.

Viel Spaß beim Kräuterspaziergang und beim Buschen binden.

 

 

 

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