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Wie ich zur „Motorradbraut“ wurde

Motorradbraut Kerstin

Ich bin zwar begeisterter Zweiradfahrer – aber das beschränkt sich in erster Linie auf meine kleine rote Vespa – mit der ich schon bei 50 km/h in den Geschwindigkeitsrausch gerate.

Micha allerdings fährt schon seit seiner Jugend mit allem was zwei Räder hat – angefangen mit Mofa über Harley, MZ, Lambretta, Royal Enfield, Honda…… um nur ein paar zu nennen. Nun – ich als Sozia geht zwar – aber mein Spaßfaktor ist nach einer Stunde rum. Mir tut das Kreuz weh und irgendwie ist die Kurvenlage auch nicht meins (ich hab immer das Gefühl, ich streif gleich mit dem Knie am Straßenbelag auf).

Was ich allerdings schon immer ziemlich cool fand, sind die Gold Wings von Honda – für mich sieht das aus wie ein Sessel auf zwei Rädern. Als wir vor zwei Jahren im Urlaub dann durch Zufall auf ein Gold Wing Treffen gestoßen sind, war ich total begeistert von der tollen Beleuchtung (typisch Frau eben) – hatte ein bißchen was von Volksfest :-) Ich sagte spontan zu Micha: wenn du so eine hast, dann fahre ich auch mit dir Motorrad…..äh ja…..

Was ich nicht mit bekam war (respektive erst, als es zu spät war :-)))), dass er nun auf die Suche nach einem Gold Wing Gespann (also Motorrad mit Beiwagen) ging. Anfang diesen Jahres war es so weit – er hat sein Schmuckstück gefunden und mir stolz präsentiert. Jetzt gab es keine Ausreden mehr – zumal er mir den Beiwagen stricktechnisch ausgebaut hat (will heißen: ich hab ein Stricklicht und einen Anleitungshalter).

Goldwing - Beiwagen mit Strickausstattung

Vergangenes Wochenende haben wir uns zur Jungfernfahrt aufgemacht. Ich hab es mir im Beiwagen bequem gemacht – sehr komfortabel – und habe die Fahrt samt Strickzeug genossen. Das Wetter hat gepaßt, so dass es wirklich ein angenehmes Feeling war. Gut – nach 3 Stunden hatte ich schon mal das Gefühl, dass wir ankommen könnten – aber ich denke, das ist Gewohnheitssache.

Ziel war meine fränkische Heimatstadt Kulmbach (übrigens ein Kleinod – das stell ich euch aber ein anderes Mal vor). Dorthin findet alljährlich eine Sternfahrt statt, der ich schon oft als Zuschauer am Straßenrand beim sonntäglichen Corso zugeschaut hatte. Nun war ich selbst dabei. Fühlte sich schon ziemlich cool an!

Goldwing Plassenburg

Dresscode hatte ich natürlich auch bekommen (Frau muß ja zum Mann passen): Lederhose, Lederjacke und auf gar keinen Fall Kleider oder Mädchenkram. Tja – Gott sei Dank ist mein Kleiderschrank gut gerüstet….

Das praktische an diesem Ziel ist, dass wir natürlich super bei meinen Eltern übernachten können und somit eine sehr komfortable Unterkunft mit Verwöhnprogramm haben. Allerdings hatte ich nach meinem ersten Tag mit dem Motorrad den vollkommenen Frischluftschock – ich war sooooo müde, dass mir abends ständig die Augen zugefallen sind. Schon anstrengend so ein Leben als Motorradbraut.

Samstag allerdings hat uns das Aprilwetter mächtig überrascht. Es hat geregnet wie aus Eimern und war ziemlich kalt. Wir haben uns dennoch nicht abschrecken lassen und sind zum Veranstaltungsgelände aufgebrochen – hm…….Parkplätze für Motorräder gab es auf dem Gelände der Kulmbacher Brauerei tausende – jedoch keine Motorräder. Es hat sich eben kaum jemand bei dem Wetter vor die Tür gewagt.

Wir haben uns die Verkaufsstände angeschaut, als allererstes den limitierten Aufnäher der Sternfahrt gesichert, uns mal die ausgestellten Motorräder näher betrachtet – und natürlich eine Kulmbacher Bratwurst gegessen. Aber dann hat auch uns die Lust verlassen. Wirklich schade – das war so toll aufgemacht, wenn das Wetter gepaßt hätte, wäre es eine tolle Veranstaltung geworden.

Abends haben wir nochmal einen Versuch gewagt – aber auch da: Tote Hose. Es spielte eine tolle Band – allerdings kam bei diesem Sauwetter selbst bei den Unentwegten keine Stimmung auf.

Gott sei Dank hatten wir als Anlaufstelle mein Elternhaus und konnten so den Abend bei meinen Eltern entspannt – vor allem warm und trocken – ausklingen lassen.

Sonntag ging es leider gerade so weiter. Wir wollten nach dem Frühstück noch gerne zum Motorradgottesdienst – leider konnte uns keiner sagen wo der war. Weder gab es Beschilderung noch konnten uns die Polizisten vor Ort weiter helfen. Wir haben dann entschieden nicht am Coros teilzunehmen und direkt heim zu fahren – da wir ja doch noch gut 300 km vor uns hatten.

Das war definitiv die richtige Entscheidung – wir hatten auf der Heimfahrt alles: Regen, Schnee, Sonne, Graupel…..das volle Programm. Ich sag euch – in so einem Beiwagen kann es vielleicht kalt werden. Gott sei Dank hatte Micha einen Schlafsack für mich eingepackt sonst wäre ich glatt erfroren. Heimwärts war nix mit stricken.

Fazit: Der Spaßfaktor (für mich) beim Motorradfahren hängt doch sehr vom Wetter ab. Wenn die Sonne scheint und es warm ist –  gerne. Ich bin auf jeden Fall wieder dabei. Das nächste Mal vielleicht eine etwas kürzere Strecke……so als Warming Up. Denn auch Beiwagen fahren will gelernt und geübt sein :-)

Das Wochenende zusammen gefaßt in Bildern:

Collage_Sternfahrt_klein

Links:
Motorradsternfahrt Kulmbach
Mehr über die Stadt Kulmbach
Übernachtungstipp: Unsere Ferienwohnung

3 thoughts on “Wie ich zur „Motorradbraut“ wurde

  1. Dein Mann ist schon ’ne coole Socke. Viel Spaß bei, hoffentlich bald, einsetzenden sonnigen und vorallem wärmeren Wetter.

    LG
    Bine

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