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Die Fettlöserin – meine Buchempfehlung


Beim Zappen bin ich bei einem kurzen Interview mit Nicole Jäger – einem Abnehmcoach hängen geblieben.

Einem Abnehmcoach der immer noch 170 kg wiegt – was auch nicht zu übersehen ist. Im ersten Moment war ich etwas irritiert. Wie? Die dicke Frau will mir was übers Abnehmen erzählen? Warum ist sie dann nicht schlank?

Ich wurde neugierig und hab weiter zugehört. Sie weiß tatsächlich
wie es geht – Nicole Jäger hat sich bereits halbiert und 170 kg abgenommen.

Und das mit keiner Wunderdiät, ohne OP und über einen relativ langen Zeitraum – nämlich über 7 Jahre hin weg.

Ich wurde noch neugieriger. Ich selbst kann auf eine lange Diätkarriere zurück blicken. Irgendwie hab ich schon immer Diät gemacht – selbst zu Zeiten als ich tatsächlich noch schlank war. Das Gefühl zu dick zu sein, kenne ich nur zu gut.

Nicht dass wir uns falsch verstehen – ich mag mich und meinen Körper. Es belastet mich nicht, dass meine Figur nicht dem üblichen Schönheitsideal entspricht. Das war eigentlich schon immer so – Gott sei Dank. Was es mir noch leichter macht, ist mein Partner – der mich liebt und toll findet mit
20 kg mehr oder weniger.

Was mich allerdings belastet, sind meine gesundheitlichen Probleme. Ich leide an einem Liplymphödem. Auf die Erkrankung an sich, will ich hier gar nicht weiter eingehen – aber: es macht das Abnehmen sehr schwer und trägt sicher auch eine Mitschuld, dass aus der ehemals schlanken eine dicke Frau wurde. Denn: ich wusste über 20 Jahre nicht, dass ich diese Krankheit habe. Diverse Diäten, Jojo-Effekt – das Ergebnis ist sichtbar.

Man sagt ja immer, dass mit 40 die Zipperlein los gehen. Und so ist es bei mir tatsächlich auch. Bis dahin war ich „pumperlgsund“. Dann kamen Bluthochdruck, Diagnose Liplymphöden, Probleme mit den Gelenken…..

Nun – keine Krankheiten, die mich am leben hindern. Es gibt für alles Abhilfe – sei es dem Bluthochdruck mit Medikamenten zu begegnen oder dem Liplymphödem durch Kompression und Lymphdrainagen Einhalt zu gebieten, die Gelenkschmerzen durch Einlagen verschwinden zu lassen…..

Aber – es macht das Leben definitiv schwerer. Und es wird sicher nicht besser, je älter ich werde. Es gibt Tage, da fällt mir jeder Schritt schwer. Es gibt Erlebnisse und Unternehmungen, die ich von vornherein ausschließe, weil mein Gewicht mich daran hindert.

Also – Abnehmen ist ein Thema. Mein Bestellfinger hat gezuckt und wenige Sekunden später konnte ich los lesen. Kindle sei Dank.

Ich habe das Buch innerhalb zwei Tagen durch gelesen. Es hat mich sehr angesprochen. In vielen Situationen hab ich mich wieder gefunden. Es hat mich zum Nachdenken gebracht.

Speziell das Kapitel, als sie sich gegen eine bariatrische Operation (das sind Magen OP’s wie Schlauchmagen, Magen Bypass etc) entscheidet.

Ich habe nichts gegen Magen OPs. Ich habe mich schon selbst sehr intensiv mit dem Thema beschäftigt – zumal mir das im Rahmen meine Lipödem-Behandlung immer wieder ans Herz gelegt wurde.

Ich habe einige Freundinnen die bereits eine solche OP hinter sich haben – mit großem Erfolg. Aber, ich bin auch der Meinung, dass man das zu 100% wollen muss und nicht denken darf: jetzt lass ich mich mal operieren, dann geht das abnehmen von allein.

Nein – so ist das eben nicht. Gerade bei ihnen hab ich gesehen, dass zwar das Gewicht purzelt, aber man sich dennoch damit auseinandersetzen muss: was esse ich, was vertrage ich (ohne dass mein Körper mit Schmerzen oder Erbrechen reagiert), Bewegung spielt eine große Rolle – und auch hier ist man nicht gegen Zunahmen gefeit.

Und schließlich und letztendlich lässt man sich an einem gesunden Organ operieren. Mein Bauchgefühl hat sich immer gegen diese OP gewehrt – auch wenn mein Verstand (und auch die Ärzte) sagten, dass es eine gute Lösung wäre.

Nicole Jäger hat das sehr gut beschrieben. Ihre Gedanken, Gefühle und ihren Weg.

Es ist KEIN Diätbuch. Man findet dort keine Anleitung zum Kalorien zählen oder Low/Hig-Carb Diäten.

Alles in allem beschreibt sie ihre Gedankengänge, ihre persönlichen Erfahrungen – die andere Dicke gut nachvollziehen können und sich sicher auch in der einen oder anderen Situation wieder erkennen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt für mich ist, dass ihre Abnahme eben nicht von heute auf morgen ging – sondern über einen Zeitraum von 7 Jahren. Wie oft liest man in diversen Illustrierten über 60 kg in 4 Monaten etc. – ja, aber was ist danach?

Ich weiß nicht, wie oft in meinem Leben ich schon 5, 10, 20 kg abgenommen habe – und wie oft ich schon gescheitert bin und die Diät abgebrochen und wieder zugenommen habe.

Mir persönlich hat das Buch zum Nachdenken gebracht, mich motiviert mich eben NOCHMAL mit dem Abnehmen zu beschäftigen. Mir nicht zu überlegen, welche Diät ich mache, sondern was in meinem Leben ich langfristig verändern kann. Ich muß keine 10 kg in einem Monat abnehmen – ich hab Zeit. Ich wurde ja auch nicht in einem Monat dick.

Danke Nicole – das Buch motiviert mich nach vielen Fehlschlägen einen neuen Versuch zu wagen. Den Versuch, meine Ernährung und meine Bewegung zu verändern. Auch wenn ich schon 100 mal gescheitert bin – ich versuch es nochmal.

Übrigens – ich kann das Buch auch schlanken Menschen empfehlen – es ist sozusagen ein Blick hinter die Kulissen der Dicken. Oft können Menschen, die keine Gewichtsprobleme haben, nicht nachvollziehen, warum die/der Dicke „nicht einfach abnimmt“.

Mein Partner zum Beispiel ist schlank – schon immer gewesen. Wenn er
5 kg zu viel hat, dann verzichtet er für einige Wochen auf Cola und Süßkram und schon paßt die Waage wieder.

Er unterstützt mich wo er nur kann – geht mir mir walken (ich walke, er geht spazieren), isst mir mit leichte Küche (wo er viel lieber einen schönen Rostbraten oder Fleischküchle hätte) und bestärkt mich in meinem Vorhaben. Nicht, weil es ihm wichtig ist, dass ich abnehmen – sondern weil er weiß, dass es mir wichtig ist Gewicht zu verlieren. Aber richtig nachvollziehen kann er die Problematik nicht.

Wer neugierig geworden ist klickt einfach auf den Buchtitel – das Buch steht mittlerweile auf den Bestsellerlisten:

Und schaut euch auch die Website von Nicole Jäger www.fettloeserin.de mal an – vielleicht ist Sie ja mit ihrem Bühnenprogramm demnächst in Eurer Nähe. Ich jedenfalls würde mich freuen, sie mal live zu sehen und hoffe sehr, dass sie demnächst mal im Süden zu sehen ist.

 

5 thoughts on “Die Fettlöserin – meine Buchempfehlung

  1. Du hast mich mit diesem Buchvorschlag neugierig gemacht. Als ich aber dann die Rezesionen
    dazu gelesen habe…na ja, gut ist anders :-)

    1. Hm – die überwiegende Anzahl der Bewertungen ist doch positiv – sogar mit 5* (ich hätte die auch gegeben – deshalb auch eine klare Empfehlung von mir)……..ob man ein Buch gut findet oder nicht – ich denke, das ist immer eine sehr subjektive Sache und hängt gerade bei diesem speziellen Thema stark von eigenen Erfahrungen – und auch Erwartungen – ab.

  2. Ah, ich habe sie gerade in einem Podcast gehört (SWR 3 – Leute). Faszinierend! Ich glaube, das Buch kommt auf meine Wunschliste…. ?

  3. Über die Autorin bin ich kürzlich auch gestolpert (SWR1-Leute). Lustigerweise habe ich das Interview auf dem Weg zu Sport gehört 😉
    Ihre Schilderungen haben mich ganz schön beeindruckt.

    Schöner Blog übrigens!

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